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BLICKPUNKT
Frederike Breuer
Sexualisierte Gewalt– eine Leerstelle in der Ausbildung der Religionslehrkräfte
Sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen ist traurige Realität – statistisch gesehen sitzt in jeder Schulklasse mindestens ein von sexualisierter Gewalt betroffenes Schulkind.
Sexualisierte Gewalt– eine Leerstelle in der Ausbildung der Religionslehrkräfte
Lehramtsstudierende beschäftigen sich an den (hessischen) Universitäten in der Regel nicht mit der Thematik von sexualisierter Gewalt an Kindern und Jugendlichen, es findet kaum eine oder gar keine Auseinandersetzung mit der Frage statt, wie sich die Traumata betroffener Kinder und Jugendlicher im Schulalltag bemerkbar machen und wie im konkreten Verdachtsfall vorzugehen ist. Religionslehrkräfte begegnen im Rahmen ihres Studiums thematisch zudem kaum den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche. Eine Beschäftigung mit systemischen Faktoren, die sexualisierte Gewalt und Machtmissbrauch begünstigen, mit den grundlegenden Interventionsschritten in Verdachtsfällen und Präventionsmöglichkeiten für den eigenen Unterricht und die ganze Schulgemeinde ist dringend angezeigt. Der Fachbereich Katholische Theologie der Goethe- Universität Frankfurt hat aus diesem Grund ein Projekt ins Leben gerufen, das werdende Lehrkräfte auf die Thematik vorbereiten und grundlegend in konkreten Fragen, wie etwa zu traumasensiblem Handeln oder Anlaufstellen und Hilfsangeboten, schulen soll.

Hochaktuell und oft unterschätzt: Sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen

Sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen ist in jüngerer Vergangenheit – nicht zuletzt durch die bekannt gewordenen Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche – zunehmend in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt, auch wenn den meisten Menschen die Ausmaße der Gewalt nicht bewusst sind und es häufig ein Thema ist, das vermeintlich andere Menschen betrifft, niemals aber einen selbst, die eigene Familie oder den engeren Bekanntenkreis. Vor allem die Vorstellung, dass jemand, der oder die einem nahesteht, Täter*in sein könnte, kommt den meisten kaum in den Sinn.

Statistisch gesehen sitzen jedoch in jeder Schulklasse ein bis zwei Kinder, die von sexualisierter Gewalt betroffen sind oder waren (UBSKM: Zahlen und Fakten).

Sexualisierte Gewalt und sexuelle Grenzverletzungen finden in der Regel nicht zufällig und durch eine dem Kind fremde Person statt (ausgenommen seien hier Übergriffe im digitalen Raum) – in den meisten Fällen erlebt ein betroffenes Kind die sexualisierte Gewalt durch ein Mitglied der Kernfamilie. Täter*innen sind Bezugs- oder Vertrauenspersonen wie Familienmitglieder und mit der Familie befreundete Personen, Lehrer*innen, Trainer*innen oder Betreuer*innen, also Personen, zu denen das Kind oder der*die Jugendliche in einer persönlichen, abhängigen und schutzbedürftigen Beziehung steht. Somit ist auch die Schule als ein Ort mit hierarchischen Strukturen, Macht und Abhängigkeiten ein potenzieller Tatort.

Schule kann jedoch auch ein Ort sein, an dem erlebte sexualisierte Gewalt aufgedeckt wird. Kinder und Jugendliche verbringen viel Zeit in Schulen, sie finden dort klare Strukturen und Bezugspersonen vor. Insbesondere Religionslehrkräfte sind häufig auch Vertrauenslehrer* innen oder Schulseelsorger*innen und somit besondere Vertrauenspersonen. Die Schule kann für Kinder und Jugendliche ein Safe Space sein, wie gerade in den Zeiten der Coronalockdowns und durch Schulschließungen offensichtlich wurde, als die (erfassten!) Zahlen von Gewalt gegen Kinder um ein Vielfaches anstiegen.

Außerdem können Lehrkräfte das Verhalten eines Kindes über einen längeren Zeitraum hinweg beobachten und plötzliche, unerklärliche Verhaltensveränderungen wahrnehmen, beispielsweise wenn ein sonst sehr offenes und fröhliches Kind mit einem Mal ruhig und in sich gekehrt oder sogar aggressiv wird – oder umgekehrt ein stilles und ruhiges Kind auf einmal laut und wild wird. Auch im Rahmen des Unterrichts – etwa dem Sexualkundeunterricht oder dem Sportunterricht, wo es zum Beispiel bei der Ausübung von Kontaktsportarten zu körperlicher Nähe und Berührungen kommen kann – kann erlebte sexualisierte Gewalt zur Sprache kommen oder eine Retraumatisierung eines betroffenen Kindes ausgelöst werden. [...]


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