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BLICKPUNKT
Hendrik Martin Lange
Storyboard zeichnen, Kurzfilme schauen und Film drehen – ein Weg zum »Bibel verstehen«
Wie können sich Schülerinnen und Schüler kompetenzorientiert und kreativ mit einem biblischen Text auseinandersetzen? Welches Potenzial haben Kurzfilme im Religionsunterricht? Warum lohnt sich die eigene filmische Umsetzung einer biblischen Erzählung? Antworten auf diese Fragen liefert dieser Beitrag, der einen praxisorientierten Vorschlag für eine Unterrichtssequenz unterbreitet.
Die Grundannahme der vorgestellten Unterrichtssequenz: Eine intensive Auseinandersetzung mit einem biblischen Text erfolgt durch die Orientierung an der medial geprägten Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler. Biblische Textwelt und die Leserwelt der Schülerinnen und Schüler müssen beide wertgeschätzt werden. In allen Unterrichtsschritten werden also Text- und Leser*innenwelt und ihre Kommunikation immer miteinander in Beziehung gebracht. Die Unterrichtssequenz umfasst drei Bausteine. Zuerst geht es um die Analyse des biblischen Textes, z. B. mit der Methode des Zeichnens eines Storyboards. Auf der Ebene der Textwelt werden so die Erzählstrategien erkannt und auf der Ebene der Leser*innenwelt erfahren sich die Schülerinnen und Schüler als Exeget*innen. Dann steht die Untersuchung von vorliegenden Filmadaptionen zum Bibeltext an. So gewinnt man neue Sichtweisen auf die Textwelt und Impulse für das eigene Projekt, denn zum Schluss produziert man einen eigenen Film. So werden durch die kreative Arbeit individuelle Talente entdeckt und gefördert (Drehbuch, Filmdreh, Postproduktion) und der Film ist die eigene Interpretation der Schülerinnen und Schüler zum biblischen Ausgangstext.

Als biblischer Schlüsseltext wird die Parabel vom »verlorenen Sohn« (Lk 15,11–32) erarbeitet. Parabeln eignen sich wegen ihrer narrativen Struktur ideal für das im Folgenden vorgestellte Modell, es ist aber auch möglich, andere Textgattungen mit einem medial geprägten Blick im Unterricht zu thematisieren. Das Beispiel ist bezogen auf die Sekundarstufe I; es lässt sich sowohl durch Raffungen als auch Vertiefungen auf konkrete Lerngruppen anpassen.

Kurzfilme im Religionsunterricht

Seit Jahrzehnten haben Kurzfilme ihren festen Platz im Religionsunterricht und auch ich habe die Erfahrung gemacht, dass mit Kurzfilmen verschiedene Lerntypen angesprochen werden können. Das Medium Film regt das Interesse an. Kurzfilme eignen sich gut für Fragen religiöser Bildung: Sie sind nah am Leben und bieten ungewöhnliche Einstiege in vermeintlich schwere Themen. Ich bin begeistert von Filmen, die mit einfachsten Mitteln gedreht wurden und zum Beispiel Leerstellen im biblischen Text interessant ins Bild setzen. Beim Umgang mit Kurzfilmen im Religionsunterricht ist ein Proprium des Vorgehens darin zu sehen, dass nicht nur vorliegende Filmadaptionen analysiert werden, sondern Wert auf die Entwicklung und Erprobung einer praktischen Umsetzung der kreativen Filmproduktion durch die Schülerinnen und Schüler im regulären Religionsunterricht gelegt wird.

Wenn Medien und biblische Erzählungen aufeinander bezogen werden, stellt sich der Religionsunterricht der bleibenden Herausforderung der Bibeldidaktik, den Schülerinnen und Schülern der Gegenwart die fremde Bibel näherzubringen. Durch vorliegende Filme und noch viel stärker durch selbstproduzierte Werke können sich Schülerinnen und Schüler kreativ und tiefgründig mit der biblischen Erzählung auseinandersetzen. Das Ziel eines kompetenzorientierten Unterrichts wird erreicht und die Schülerinnen und Schüler können die Erfahrung machen, dass die Unterrichtsgegenstände des Religionsunterrichts – und seien es biblische Erzählungen – etwas mit ihrem eigenen Leben zu tun haben.

Erster Baustein: Analyse im Filmblick


Prägende Impulse verdanke ich Reinhold Zwick und seinem Modell der Analyse im Filmblick, die zum Spektrum der narratologischen Untersuchungen gehört (Zwick, Die Gleichniserzählung als Szenario, 53–92). Ein Arbeitsblatt mit Analysefragen zu den Bereichen Standort, Blickrichtung und Einstellungsgröße (Lange, S. 380f.) hilft, sich genauer mit dem biblischen Text auseinanderzusetzen.

Selbst bei scheinbar bekannten biblischen Erzählungen ist es wichtig, genau hinzuschauen. Wie verliert der Sohn sein Erbteil? Was bedeutet es für einen Juden, Schweine zu hüten? Wie reagiert der ältere Sohn auf die Rückkehr? Der erste Baustein, die narrative Textanalyse im Filmblick, schenkt dem Text und den Rezipierenden große Beachtung und folgt damit aktuellen bibeldidaktischen Konzepten und der neueren Gleichnistheorie. An dieser Stelle ist auf die bibeltheologische Didaktik von Mirjam Schambeck zu rekurrieren. Durch eine intertextuelle Exegese, eine Analyse der Lerngruppe und ihrer Umgebung versucht sie, eine Verbindung zwischen Bibel und Schülerinnen und Schülern zu ermöglichen (Schambeck, 444). Der Parabeltext macht also an die Adressaten ein Beziehungsangebot. [...]


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