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PRAXIS
Matthias Bahr
Europäische Musik, Politik und Geschichte im RU
Lieder aus Frankreich, Deutschland und Polen regen an, dem transnationalen Bedürfnis nach Freiheit, Gleichheit und Mitmenschlichkeit nachzugehen. Im Zusammenspiel mit christlichen Grundüberzeugungen eröffnen sie Gestaltungsmöglichkeiten, die über das Klassenzimmer hinausreichen.
Unterrichtliche Zugänge, die nach der Rolle des Christentums in Europa fragen, sollten es mit Sensibilität für Politik, Kultur und historischem Bewusstsein tun. Türöffner kann die Musik sein, mit der Jugendliche täglich rezipierend umgehen, vor allem aber, wenn sie selbst musizieren. Musik ist international, und jenseits der üblichen Sprachbarrieren eröffnet sich gerade im Musikmachen das besondere Potenzial grenzenloser Hinwendung. Vor allem dann, wenn Musik in einem weiten Sinne politisch ist, kann sie Anstoßgeberin sein, um weiterzufragen, was das denn ist, was wir Europa nennen – und welches Potenzial dem Christentum zukommt.

»Bettler werden Fürstenbrüder« Als Beispiel mag Ludwig van Beethoven gelten. Als Zeitgenosse Goethes und Schillers, aber auch als Zeitzeuge der französischen Revolution ist in sein Werk der gesellschaftliche Aufbruch eingeflossen, der sich an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert abzuzeichnen begann. »Bettler werden Fürstenbrüder« – so hat Friedrich Schiller in seiner ersten Fassung 1785 der Ode an die Freude den gesellschaftlichen Umwälzungen seine Deutung gegeben. Der Gigant Ludwig van Beethoven hat ihm bekanntlich in seiner neunten Symphonie ein Denkmal gesetzt, das erst 1824, kurz vor Beethovens Tod also, uraufgeführt wurde. »Bettler werden Fürstenbrüder« – diese frühe Forderung Schillers spiegelt den Aufbruch wider, der ahnen lässt, dass der Geist der Egalité, der Liberté und der Fraternité die Menschen zu ergreifen begann. Wenn man so will, dann zeigt sich hier, vorweggenommen von empfindsamen Dichtern und sensiblen Musikern, eine neue Gesellschaftsform, die damals nur anfanghaft realisiert worden war, die wir heute aber als Demokratie fast als selbstverständlich ansehen. Freilich: Schiller hat die Provokation später zurückgenommen, wenn er nun »alle Menschen « zu Brüdern (und Schwestern) werden lässt. Das alles – und gerade die historischen Umwälzungen – ist christlich relevant, insbesondere wenn man erinnert, wie schwer sich kirchliche Kreise mit Aufklärung, Emanzipation und der aufkommenden egalitären Demokratie des 19. Jahrhunderts getan haben.

Musikstücke im Religionsunterricht

Ein religionsunterrichtlicher Zugang mit europäischer Neugier, der auf die Mittel der Musik setzt, ist gleichzeitig offen für die Zusammenarbeit mit anderen Fächern, insbesondere natürlich dem Musikunterricht, vor allem aber auch der Sozialkunde und der Geschichte. Im Zentrum des Projektes, aus dem hier berichtet wird, stehen je zwei Lieder aus Frankreich, Deutschland und Polen. Diese Länder sind nicht zufällig ausgewählt: In der Geschichte Europas haben hier blutigste Kriege stattgefunden, nach 1989 wurden sie als sogenanntes »Weimarer Dreieck« von ihren Außenministern installiert, um eine Austauschplattform zu etablieren und die West-Ost-Achse eines zusammenwachsenden Europas zu verstärken. Und auch wenn der Anlass ein politischer war: Weder die Wendezeit noch die Entwicklung Europas sind von der Auseinandersetzung um das Christentum zu trennen. Bis in die Gegenwart hinein zeigt sich die Verwobenheit von politischem Handeln, christlichen Wertorientierungen, dem Ringen um Demokratie und Rechtsstaatlichkeit und damit letztlich um die Wahrung der Menschenrechte, die auch und gerade religiöses Lernen interessieren müssen. Mit musikalischen Mitteln lassen sich dazu Impulse und Zugänge gestalten, die weiter entfaltbar sind.

Mit den Liedern arbeiten


Zunächst wird jeweils ein Musikstück in Schülergruppen angehört, Smartphones mit Kopfhörern sind dabei hilfreich. Eindrücke werden festgehalten: zur Stimmung der Musik, zum erkannten Thema, einer Spannungskurve, zum Refrain mit seiner Bedeutung als Motiv. Je nach sprachlichen Fähigkeiten werden erste Assoziationen freigesetzt und in der Klasse mitgeteilt.

Daran schließen sich Austausch- und Informationsphasen an, in denen Schüler*innen ihre Vorkenntnisse einbringen. Dies wird auch dadurch ermöglicht, dass die Musikstücke als YouTube-Videos verfügbar und oftmals mit Illustrationen unterlegt sind. Kenntnisse aus dem Geschichtsunterricht spielen sofort eine Rolle, wenn zeithistorische Anklänge erkennbar werden. [...]


Lesen Sie den kompletten Artikel in der Printausgabe oder in der Online-Version.

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