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AUFTAKT
Anke Willers
Wie ich versuchte, eine eierlegende Wollmilchsau zu werden
Eltern sind heute in vielerlei Hinsicht in die schulischen Prozesse ihrer Kinder eingebunden, was für die gesamte Familie sehr belastend sein kann. Anke Willers beschreibt humorvoll und schonungslos, wie sie die Schulzeit ihrer Töchter erlebt hat, und spricht im Interview mit den KatBl darüber, wie man die Situation für alle erleichtern könnte.
Wie ich versuchte, eine eierlegende Wollmilchsau zu werden
Eltern sollten keinen Druck machen.
Eltern sollten keinen Druck machen.
Eltern sollten keinen Druck machen.

Diesen Satz habe ich so oft gehört, dass ich ihn gleich mehrmals hinschreiben muss. Manchmal stand er sogar in der Zeitung. Meistens dann, wenn es Zeugnisse gab und meine Journalisten- Kollegen von den Tageszeitungen Psychologen zum Thema schlechte Noten befragten. Deren Credo lautete: »Bitte ganz entspannt bleiben. Immer dran denken: Kein Kind will schlechte Noten haben. Und: Bitte! Keinen! Druck! Machen!«

Natürlich sollen Eltern keinen Druck machen auf Kinder, die sieben Jahre alt sind oder acht. Auch nicht auf Kinder, die zwölf sind oder 13. Druck macht eine Matschbirne. Mir war das klar. Ich spürte aber auch sehr deutlich: Wir Eltern sollen uns um die 246 Auftakt Schulbelange unserer Kinder kümmern, wir sollen uns einbringen. Die Schule braucht uns, weil sie personell und auch sonst so knapp bestückt ist, dass der Laden ohne elterliche Unterstützung nicht läuft. Und alle, die jetzt denken: Na ja, die Frau Willers war ja vor über sechs Jahren mit ihren Kindern in der Grundschule, da hat sich ja bestimmt einiges geändert, muss ich enttäuschen. Denn gerade als ich dieses Kapitel schreibe, wird in den Nachrichten vermeldet, dass im Jahr 2025 bundesweit 35 000 Grundschullehrer fehlen werden. Wenn Sie jetzt also gerade ein Baby kriegen, bestechen Sie am besten irgendeine 18-Jährige aus dem näheren Bekanntenkreis, damit sie ein Grundschulstudium anfängt.

Gesucht: entspannte Kümmerer

Das Ideal der modernen Schulkindmutter und des modernen Schulkindvaters ist also der Typus des entspannten Kümmerers. Dieser Typus zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er zu Beginn eines neuen Schuljahres klaglos die ewig lange Besorgungsliste abarbeitet, die die Kinder von der Lehrkraft mitbekommen. Und dadurch, dass er im übervollen Schreibwarenladen keinen Tobsuchtsanfall kriegt, weil der Borstenpinsel, Stärke 5 ausverkauft ist und die Schreibhefte mit der Lineatur 3R ohne Rand ebenfalls – weshalb man übermorgen noch mal wiederkommen soll. Noch wichtiger ist aber, dass der entspannte Kümmerer auf den Elternbriefen, die dem Kind in der Grundschule mitgegeben werden, immer »Ja« ankreuzt. Im Jahr 2020 geschieht dies mitunter digital, aber bei uns waren es noch Zettel:

Ja – ich habe davon Kenntnis genommen, dass die 2b nächste Woche Dienstag einen Wanderausflug macht und dass das Kind dann wettergerechtes Schuhwerk mitzubringen hat sowie ausreichend zu essen und zu trinken.
Ja – ich bin bereit, bei den Bundesjugendspielen die Weitsprungstation zu betreuen.
Ja – ich komme zum Sommerfest, bringe zwei Personen, ein Blech Butterkuchen und 20 Portionen Nudelsalat mit.
Und ja – ich bin über den Läusebefall in der 3d informiert und habe den Zettel über das Verhalten im Ernstfall erhalten.


Als wir parallel zwei Kinder in der Grundschule hatten, bekam ich mitunter so viele Elternbriefe, dass ich den Überblick verlor. Da man den unteren Abschnitt abtrennen und dem Kind dann unterschrieben wieder mitgeben sollte, hängte ich den oberen Abschnitt an den Kühlschrank. Spätestens beim vierten Elternbrief streikte aber der Kühlschrankmagnet, das Ganze fiel runter, rutschte irgendwohin ins Küchennirwana, und ich stand dann morgens um halb sieben da und fragte mich: »Welches Kind soll heute noch mal Wanderschuhe anziehen – und welches braucht ein Päckchen für das Hilfsprojekt in Haiti? Heute? Morgen? Nächste Woche? Hilfe!« [...]


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