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REFLEXION
Helga Kohler-Spiegel
(Tiefen-)Psychologische Perspektiven auf die Seele
In den Standardwerken der Psychologie kommt das Stichwort »Seele« nicht mehr vor, obgleich sie sich doch mit dem beschäftigt, was das Innerste des Menschen ausmacht. Verstehenszugänge, Klärungen und praktische Anregungen aus der psychotherapeutischen Forschung und Praxis.
»Wie geht’s deiner Seele? Nicht nur der Körper, auch die Seele kann krank werden. Und ist die Seele krank, wird der Körper auch krank – denn das gehört zusammen. Wie geht’s dir gerade? « So lauten die ersten Zeilen auf »Kummerkasten. Die Diakonie Onlineberatung für Kinder und Jugendliche« in Zeiten von Corona (Kummerkasten). In einem Kinderlexikon heißt es: »Die Seele ist ein Teil des Menschen. Sie ist nicht materiell, man kann sie also nicht anfassen, sehen oder schmecken. Mit der Seele meint man das, was den Menschen ausmacht, den eigentlichen Menschen als einzelnes Wesen, das es so nicht ein zweites Mal gibt« (Klexikon). »Seele« wird verwendet als ›Inneres‹ des Menschen, als ›Psyche‹, als ›Kern des Menschen‹. Ole Martin Høystad schreibt in diesem Heft: »Die Seele ist unsere Freiheit, uns selbst als Menschen zu definieren.«

Psyche – Verstehenszugänge

Psyche ist ein altgriechisches Wort (ψυχή) und meint »Hauch, Atem, Leben, Lebenskraft, Seele, Geist, Gemüt«; häufig wird »Seele« als zentrale Übersetzung gewählt. Sigmund Freud verwendete vor circa 120 Jahren die Begriffe »Psyche« und »Seele« noch synonym, später wird Psyche ohne transzendente Elemente verstanden. Vito Mancuso beschreibt »Seele« so: »Es gibt einen Teil in uns, der nicht dem kosmischen Kreislauf von Werden und Vergehen unterworfen ist, sondern der an der Ewigkeit teilhat « (vgl. seinen Beitrag im vorliegenden Heft).

Eine kleine Übung: Sie halten dieses Heft der Katechetischen Blätter in der Hand, Sie sehen es, das Gewicht können Sie fühlen. Wenn Sie die Augen schließen, können Sie sich vorstellen, wie es aussieht, Sie erinnern, was Sie schon gelesen haben, Sie erleben vielleicht Gefühle oder haben Erwartungen an das Heft (vgl. Ulich 9ff.). Das Bild, das wir in unserem Inneren von dieser Ausgabe haben, ist etwas anderes als das KatBl-Heft selbst, das vor uns liegt. Gedanken, Gefühle, Absichten, Vorstellungen, Bewertungen – all das geschieht in unserem Inneren, ist materiell nicht sichtbar – und doch real. Die Psychologie, übersetzt mit »Lehre von der Seele«, versteht sich heute als empirische Wissenschaft. Sie beforscht diese komplexen Dimensionen der ›Innenwelt‹ mit den nicht unmittelbar wahrnehmbaren Vorgängen und Inhalten des Bewusstseins und deren Verbindungen zur Außenwelt; oder anders gesagt: mit dem menschlichen Empfinden und Erleben, Denken und Verhalten mit all seinen Differenzierungen. Das Stichwort »Seele« aber kommt in den Standardwerken der Psychologie nicht (mehr) vor.

Am Beginn des Lebens

Am Beginn des Lebens – pränatal, perinatal und postnatal – sind es die primären Bezugspersonen, die erste Bindungserfahrungen ermöglichen. Soziale und emotionale Entwicklung sind miteinander verbunden, Affektsozialisation und Affektabstimmung ermöglichen es dem Baby, sich in einem Resonanzraum mit den primären Bezugspersonen wie Eltern, Geschwister, Großeltern zu erleben und sich darin zu entwickeln. Diese Erfahrungen in den ersten Lebensjahren prägen die Körperwahrnehmung des Kindes sowie seine emotionale und soziale Wahrnehmung und alle Möglichkeiten der Verarbeitung, sie prägen alle Entwicklungsbereiche des Kindes zwischen Bindung und Freiraum zur Exploration. Sie führen zum Aufbau von Selbstkonzept, Selbstwertgefühl und Selbstwirksamkeit – und damit von Identität.

Aus der transgenerationalen Forschung ist bekannt, dass nicht nur elterliche Personen und Geschwister diese Prägungen bewirken, sondern dass positive und belastende Grunderfahrungen (wie vor allem aus der transgenerationalen Traumaforschung bekannt) über die Generationen hinweg wirken. In einem Bild, dem ›Seelenhaus‹, metaphorisch ausgedrückt: Am Beginn des Lebens suchen sich Menschen nicht aus, in welches Haus sie geboren werden, sie werden in ein Haus hineingeboren, das andere gebaut und eingerichtet haben. Andere prägen die Räume im Seelenhaus eines Kindes durch ihre Art, wie sie mit ihm umgehen, wie sie das Baby anschauen und aufnehmen, wie sie ihm Halt geben und Raum lassen – oder auch nicht. [...]


Lesen Sie den kompletten Artikel in der Printausgabe oder in der Online-Version.

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