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REFLEXION
Regina Polak
Christ*in sein in Europa
Junge Menschen sind heute in Europa eine Minderheit, ihre Interessen geraten dadurch ins Hintertreffen. Zugleich sind junge Menschen hoch sensibilisiert für die Herausforderungen, vor denen die Welt steht. Christ*insein in Europa kann auch in der Kirche nur mehr in diesem Horizont diskutiert werden.
Um die Jahrtausendwende verfügte die Europäische Union über die weltweit stärkste Wirtschaft. Der Umstieg auf ein neoliberales und hyperglobalisiertes Wirtschaftssystem hatte zu weltweitem Wirtschaftsaufschwung geführt und die globale Armut reduziert. Nach dem Zusammenbruch des Sowjetimperiums träumten viele Menschen von wachsendem Wohlstand, Sicherheit und Frieden. Wer damals jung war, schien in eine glänzende Zukunft zu blicken.

Doch Liberalisierung, Deregulierung und Privatisierung führten zur Entstehung einer neuen, reichen Klasse von Managern und Finanzeliten, denen ein wachsendes Heer von Menschen in prekären Lebens-, Arbeits- und Wohnsituationen gegenüberzustehen begann. Soziopolitische und ökonomische Spannungen wuchsen – zwischen West- und Ost-, Süd- und Nordeuropa, zwischen urbanen und peripheren Regionen. Die globalpolitischen Entwicklungen nach 9/11, die Finanzkrisen seit 2008, die Flüchtlingskrise 2015, die Transformation der Arbeits- und Lebenswelten durch Digitalisierung, die immer deutlicher erkennbare Klimakatastrophe und jüngst die Covid-19-Krise beschleunigen eine Atmosphäre der Angst. Rechtspopulistische Parteien punkten in dieser Situation mit der Ablehnung von Migrant*innen. Junge Menschen leben heute in Gesellschaften, die ihre Zukunft von Arbeitslosigkeit und Armut, von sozialem Abstieg, von Entdemokratisierung und einer ökologisch zerstörten Welt bedroht sehen. In den öffentlichen und politischen Diskursen dominieren Dystopien.

Jugend in Europa


2020 betrug die Zahl junger Menschen zwischen 15 und 29 Jahren in der EU-28 ca. 86,5 Millionen, das sind ca. 19 % der Gesamtbevölkerung. Angesichts der sozialen, ökonomischen und kulturellen Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern der EU lassen sich kaum allgemeine Aussagen über die Situation ›der‹ Jugend in Europa treffen (vgl. Datenbank Eurostat).

Jugend und Jugendlichkeit haben in Europa gleichwohl eine besondere Bedeutung – hat die Herausbildung von ›Jugend‹ als eigenständiger Lebensphase doch hier begonnen. Die Ausweitung von Schulpflicht und Ausbildungszeiten, die Eindämmung von Kinderarbeit und Regulierung von Arbeitszeiten ließen im 19. Jahrhundert ›Jugend‹ als relevante soziale und politische Kategorie entstehen. In den Zentren der europäischen Moderne wurde Jugend zu einem Symbol für »Vitalität, Emanzipation und Fortschritt« (Büttner/Reiter 70). Die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts brachte dann allerdings Krieg und mörderische Gewalt, Elend und Not auch für junge Menschen.

Nach 1945 führten Wohlstandszuwachs, technische Innovationen, Motorisierung, Massenproduktion von Konsumgütern und der Ausbau von Wohlfahrtsstaat sowie Schul- und Bildungsinstitutionen zu einer Transformation des Lebens junger Menschen im Westen. ›Jugend‹ wurde zur institutionalisierten Lebensphase und einer rechtlich geschützten sozialen Gruppe von politischem Interesse.

Auch Ende des 20. Jahrhunderts sind junge Menschen wichtige Adressat*innen europäischer Politik. Aber bereits 2015 wies Europa im Vergleich mit anderen Weltregionen den geringsten Anteil junger Menschen unter 15 Jahren und den höchsten Anteil an Menschen über 65 Jahren auf. Überdies findet sich in der jungen Bevölkerung ein wachsender Anteil migrantischer Jugendlicher, die in den klassischen Jugendstudien oft nicht angemessen repräsentiert sind.

Junge Menschen gehören zu den Hauptverlierer* innen der neoliberalen Wirtschaftspolitik.


Durch die »Vergreisung Europas« (Büttner/ Reiter 68) geraten die Interessen junger Menschen ins Hintertreffen: ökologische Herausforderungen, demokratiepolitische Partizipation, migrationsspezifische Herausforderungen oder sozial gerechte Ressourcenverteilung. So gehören junge Menschen zu den Hauptverlierer* innen der neoliberalen Wirtschaftspolitik (vgl. Eurostat). Ein Drittel junger Menschen bis 17 Jahre leidet unter Armut bzw. ist von Armut bedroht. [...]


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