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PRAXIS
Martin Buhl
Wie die Zusammenarbeit zwischen Schule und Eltern gelingt
Die Zusammenarbeit mit den Eltern ist auf allen Ebenen schulischen Handelns eine herausfordernde Aufgabe. Aufseiten der schulischen Akteure können durch eine wertschätzende Haltung gegenüber den Eltern und den Schüler*innen, durch professionelle Aufgaben- und Rollenklarheit und durch verbindliche Strukturen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die zum Gelingen der Zusammenarbeit mit Eltern beitragen.
»Könnten Sie mich bitte mal anrufen? Ich müsste mal über meinen Sohn sprechen«, hat eine Mutter in den Lernplaner geschrieben. Natürlich rufe ich an. Wir alle kennen solche Situationen. Entweder wir sprechen am Telefon über das Anliegen der Mutter oder wir vereinbaren einen Termin in der Schule. Und meistens sind das angenehme Gespräche, die das Ziel haben, die Kinder zu unterstützen und ihnen eine gute Schullaufbahn zu ermöglichen. Viele Eltern begleiten ihre Kinder während der gesamten Schulzeit, geben ihnen Halt und schenken Zuversicht, lassen ihnen Raum, sich zu entwickeln, setzen ihnen notwendige Grenzen und suchen das Gespräch mit den Lehrkräften, um bei Schwierigkeiten gemeinsam einen guten Weg zu finden. So gelingt Erziehungspartnerschaft im Sinne des Kindes.

Aber nach manchen Gesprächen denke ich auch: »Was könnte Schule ohne Eltern so schön sein!« Zumeist dann, wenn die Eltern in aufbrausendem Ton oder mit unangemessener Wortwahl den Grund für eine misslungene Klassenarbeit oder eine schlechte (Zeugnis-)Note den Lehrkräften anlasten oder dem Schulkonzept, das doch beim Tag der offenen Tür ganz anders dargestellt worden sei. Der Sohn habe zu Hause alle Vokabeln gewusst und es sei früher auch nicht üblich gewesen, Vokabeln im Zusammenhang eines ganzen Satzes abzufragen, höre ich dann. Oder: Die Tochter wolle unbedingt Tierärztin werden und es könne doch nicht angehen, dass sie bei der ganzen Mühe, die sie (und ich höre immer mit: die wir als Eltern) in ihr Haustierreferat gesteckt hat, nicht mit ›sehr gut‹ bewertet worden sei.

Neben diesen »Helikopter-Eltern« gibt es auch »U-Boot-Eltern«, die sich um die schulischen – und zum Teil auch die familiären – Belange ihrer Kinder wenig bis gar nicht kümmern, die zu vereinbarten Gesprächen nicht erscheinen, an Elternabenden nicht teilnehmen und Versuche der Kontaktaufnahme aussitzen.
Die Zusammenarbeit mit Eltern insgesamt, aber gerade mit den herausfordernden Eltern- Typen, verlangt eine wertschätzende Grundhaltung, hohe Professionalität, ein klares Aufgaben- und Rollenverständnis und verlässliche Strukturen der Zusammenarbeit.

Wertschätzende Haltung

Wenn ich die Frage der Haltung an erster Stelle nenne, bin ich mir bewusst, dass häufig – vor allem von Bildungspolitikern und Verantwortlichen in der Bildungsverwaltung – eine entsprechende Haltung angemahnt oder an den Pädagog*innen-Ethos appelliert wird. Und das geschieht meistens dann, wenn es darum geht, politisch überhastet eingeführte Neuerungen und die dabei häufig fehlenden sächlichen und personellen Ressourcen zu übertünchen (das Stichwort Inklusion mag hier reichen).

Unsere Haltung gegenüber den Eltern muss von Wertschätzung und Respekt geprägt sein und der Überzeugung, dass die Eltern das Beste für ihre Kinder wollen – mit allen Herausforderungen, vor denen sie stehen (z. B. Berufstätigkeit beider Eltern, Alleinerziehende usw.; vgl. den Beitrag von Stephan Trillmich im vorliegenden Heft). Dies gilt auch und besonders dann, wenn aus schulischer Sicht bisweilen eine andere Meinung vertreten werden muss.

»Können Sie bitte bei dem Elterngespräch dabei sein?«, werde ich immer mal wieder von Kolleg*innen gebeten – vor allem, wenn ein konfliktreiches Gespräch zu erwarten ist. Sehr häufig erlebe ich dann gelingende Kommunikation, bei der meine Anwesenheit nicht zwingend erforderlich gewesen wäre. Die Kolleg*innen zeigen in solchen gelingenden Gesprächen Verständnis für die Situation der Eltern und beziehen Anfragen und zum Teil auch Vorwürfe der Eltern nicht direkt auf sich. Stattdessen nehmen sie die oft dahinterliegenden Sorgen der Eltern wahr und können ihre eigenen Kritikpunkte im Blick auf die Leistungsbereitschaft oder das herausfordernde Verhalten des Kindes klar benennen, zeigen aber auch die positiven Seiten der Schülerin/des Schülers auf. Sie sind in der Lage, mit den Eltern adäquate Lösungsansätze zu finden, die sowohl im schulischen als auch häuslichen Bereich angesiedelt sind. Diese Gespräche finden auf Augenhöhe statt und sind Ausdruck gelungener Erziehungspartnerschaft. [...]


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