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| Lena-Teresa Groß |
| Religionssensibilität in der Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit Eltern |
| Der Beitrag diskutiert Religionssensibilität als theoretische Perspektive im Kontext religiöser und weltanschaulicher Vielfalt. Im Mittelpunkt steht die Bildungs- und Erziehungspartnerschaft als pädagogischer Aushandlungsraum. |
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Religiöse und weltanschauliche Vielfalt in der Bildungs- und Erziehungspartnerschaft
Kindertageseinrichtungen werden in den Bildungs- und Orientierungsplänen der Bundesländer als zentrale Bildungsorte gefasst, in denen grundlegende Lern- und Entwicklungsprozesse stattfinden (vgl. Nentwig-Gesemann et al. 5). Religiöse Bildung ist dabei curricular verankert, wenn auch unterschiedlich ausgeprägt (vgl. Knoblauch 2023, 15; Lischke-Eisinger 65). Frühkindliche Bildungsprozesse umfassen die Auseinandersetzung von Kindern mit ihrer Umwelt und berühren Fragen nach Sinn, Orientierung und Zusammenleben (vgl. Lechner 160 ff.). Religiöse Bildung ist vor diesem Hintergrund als Begleitung solcher Prozesse zu verstehen, die sich im Alltag, etwa in Gesprächen, Ritualen oder narrativen Kontexten, vollziehen (vgl. Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg 211 ff.). Diese Prozesse sind lebensweltlich eingebettet und insbesondere durch familiale Kontexte geprägt (Wermke/Salooja-Günz 5). Daraus ergibt sich, dass unterschiedliche Perspektiven auf religiöse und weltanschauliche Aspekte wirksam werden, die in Bildungsprozessen aufgegriffen werden können (vgl. Weber 152). Gleichzeitig sind diese Perspektiven nicht notwendig deckungsgleich mit institutionellen Rahmungen. Religiöse und weltanschauliche Aspekte sind zwar Teil der Lebenswelten von Kindern, ihre Bedeutung im Kontext pädagogischer Praxis ist jedoch nicht durchgängig eindeutig bestimmt. Darauf verweist auch die Studie »Auf die Eltern kommt es an« und zeigt auf, dass religiöse Bildung aus Elternperspektive nicht durchgehend als eigenständiger Bestandteil pädagogischer Praxis hervorgehoben wird und nur begrenzt thematisiert wird (Braun et al. 78 f.). Darin wird sichtbar, dass zwischen der lebensweltlichen Präsenz religiöser und weltanschaulicher Aspekte und ihrer institutionellen Thematisierung eine Differenz besteht, in der unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen (Weber 152). Die Bildungsund Erziehungspartnerschaft ist vor diesem Hintergrund als ein Ort zu bestimmen, in dem sich entscheidet, ob und in welcher Weise diese Perspektiven für pädagogische Prozesse relevant werden können.
Bildungs- und Erziehungspartnerschaft als Wahrnehmungs- und Aushandlungsraum
Die Zusammenarbeit mit Eltern ist ein konstitutives Element frühpädagogischer Professionalität. Kindertageseinrichtungen realisieren ihren Bildungsauftrag im Zusammenspiel mit den Familien, die als primäre Sozialisationsinstanz die Entwicklung des Kindes nachhaltig prägen (Roth 67). Bildungsprozesse sind damit relational angelegt und entstehen in der Verschränkung familialer und institutioneller Kontexte. Vor diesem Hintergrund hat sich der Begriff der Bildungs- und Erziehungspartnerschaft etabliert, der eine kooperative Beziehung zwischen pädagogischen Fachkräften und Eltern beschreibt, die auf Kommunikation, Vertrauen und geteilter Verantwortung beruht (Friedrich 33; Fröhlich-Gildhoff 13). Unter Bedingungen gesellschaftlicher Pluralität gewinnt diese Kooperation an Komplexität, da unterschiedliche soziale, kulturelle sowie religiöse und weltanschauliche Orientierungen mit teils divergierenden Erwartungen einhergehen (Morgan 147 ff.). Dies zeigt sich besonders im Bereich religiöser Bildung, die in familiale Lebenswelten eingebettet ist und eine Bezugnahme auf die Deutungsmuster, Erfahrungen und Überzeugungen der Familien erfordert (Biesinger/Hiller/Stehle 27 f.). Empirische Befunde zeigen unterschiedliche elterliche Einstellungen auf: Während ein Teil der Eltern religiöse Bildung befürwortet, lehnt ein anderer sie ab oder positioniert sich ambivalent (Braun et al. 94 f.).
Bildungsprozesse sind relational angelegt und entstehen in der Verschränkung familialer und institutioneller Kontexte
Damit wird deutlich, dass im Kontext der Bildungs- und Erziehungspartnerschaft unterschiedliche Perspektiven auf religiöse Bildung aufeinandertreffen, die nicht nur in den Lebenswelten der Kinder, sondern auch in pädagogischen Teams präsent sind. [...]
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