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PRAXIS
Anja Holm
Digitale Pionierarbeit im Religionsunterricht: KI in der Grundschule
Wie kann der Religionsunterricht in der Grundschule eine reflektierte und zugleich kreative Auseinandersetzung mit KI ermöglichen, die biblische Begegnungen erlebbar und kritisch prüfbar macht? Eine praxiserprobte Reihe in Jahrgang 4 verbindet dialogisches Arbeiten am Bibeltext, Visualisierungen und metakognitive Reflexion miteinander und fördert die Schüler:innen gezielt im Umgang mit Medien und Urteilskompetenz.
Ausstattung als Ermöglichungsraum: In der Grundschule, in der die hier beschriebene Reihe umgesetzt wurde, verfügen alle Schüler: innen über personalisierte Schul-iPads, wodurch insbesondere Kinder aus weniger medienaffinen Haushalten einen gleichberechtigten Zugang erhalten (Tulodziecki 2024, 21– 35). Die technische Ausstattung ist jedoch kein Selbstzweck; sie wird in der gesamten Schule mit einem didaktisch untermauerten Konzept verknüpft. Auch im Religionsunterricht werden zentrale Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien erworben; das unterstützt Kinder insbesondere dort, wo Eltern mediale Bildung weniger begleiten können. Der Zusammenhang von digital inklusiver Teilhabe und Unterrichtsgestaltung wird für den RU ausdrücklich betont (Schulz 2025, 44–47). Das Schulprofil orientiert sich an ausgewählten UN-Nachhaltigkeitszielen, zudem ist die Schule Sport-Grundschule und Nationalparkschule – all dies dient als Beitrag zu einer ganzheitlichen Kompetenzentwicklung der Heranwachsenden.

KI-Tools im Einsatz: Fobizz-Assistenten

Der Schwerpunkt der Unterrichtsreihe lag auf der Familiengeschichte »Jakob und Esau«. Die Lernenden arbeiteten auf der datenschutzkonformen Plattform Fobizz mit KI-Chat-Assistenten, die auf Gen 25–36 und das BiWiLex referenzierten; verschiedene Bibeltexte standen zusätzlich zum Abgleich bereit. Datenschutz und die Arbeit mit schulischen Accounts wurden gemäß einschlägigem Rechtsrahmen berücksichtigt, wie es Eichelberger für den Unterricht vorschlägt (2025, 6–7; vgl. M4). Die Sequenz des Bibeltextes gliederte sich in mehrere definierte Abschnitte (z. B. Gen 25,19–34; 27; 28; 29–31; 32–36). Mithilfe der KI wurden zentrale Aspekte erschlossen und dafür auch treffende Bildideen entwickelt (vgl. M2, M3). Dabei dienten historische Kunstwerke als Referenz sowie von Kindern generierte KI-Bilder, die anschließend auf ihre Texttreue geprüft wurden. In der initialen Phase erfolgte kein strukturiert geplantes Prompting; exploratives Ausprobieren wurde erlaubt. Die Unterscheidung von Textbeleg und Deutung fördert gemäß Tulodziecki Sachgerechtigkeit und Urteilskompetenz (2024, 27–31).

Die KI-Dialoge und Bildideen (vgl. M3) wurden in der iPad-App Book Creator, die den Schüler:innen bereits in der Nutzung bekannt war, als Lerntagebücher dokumentiert. Die Lernenden reflektierten sachliche Korrektheit und Emotionalität der Figuren und prüften die Plausibilität KI-generierter Gedanken im Licht des Bibliolog-Konzepts »schwarzes Feuer« (d. h. wörtlicher Bibeltext) vs. »weißes Feuer«, das die offenen Deutungsspielräume bezeichnet.

Zielgerichtete Visualisierung: »Mose am Dornbusch«

In einer aufbauenden Einheit gestalteten die Lernenden KI-Bilder zur Perikope »Mose am Dornbusch«. Die hier erzeugten Ergebnisse wurden im »Museumsrundgang« kritisch diskutiert: Textangemessenheit, theologische Motive, mögliche Verfälschungen, Vergleich mit Kunstgeschichte und eigenen Prompt-Iterationen. Der Fokus lag in dieser Einheit auf gezielter Promptentwicklung; Lernende erkannten, dass unpräzise Eingaben schwächere Resultate erzeugen, und nutzten Übersetzungstools zur Qualitätssteigerung.

Kritische Reflexion und Peer-Feedback


Die zentrale pädagogische Erkenntnis aus beiden Einheiten: KI kann sehr gut rekonstruieren und visualisieren, »macht« aber nicht von selbst alles richtig. Bei den Schüler:innen entstand hohe Motivation, KI über gute Prompts gezielt zu steuern. [...]


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