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| Johannes Heger / Viera Pirker |
| Künstliche Intelligenz als Disruption |
| Sie ist bereits im Kreislauf unserer Kultur angekommen: Künstliche Intelligenz (KI) begleitet uns selbstverständlich in Alltag und Medien. Doch mehr und mehr sensibilisiert der öffentliche Diskurs auch für das Sondieren von Hoffnungen und Ängsten, Chancen und Grenzen der Technologie. Denn KI erfüllt nicht nur Aufgaben, sondern greift in die Herzkammern der Gesellschaft ein, in Bildung und Wissen, in Autonomie und Kreativität. Um in dieser ›schönen neuen Welt‹ Orientierung zu finden, kommen normative Ansätze neu zur Geltung – so auch (religiöse) Bildung. |
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Künstliche Intelligenz gehört 2026 selbstverständlich zu unserem Alltag und unserer Lebenswelt: Immer mehr Menschen probieren sich v. a. in der Interaktion mit Sprachmodellen (Large Language Models) wie ChatGPT oder Claude aus, lassen sich Urlaube planen, Texte redigieren oder zum individuellen Geschmack passende Rezeptvorschläge erstellen. Weiterhin werden bildgenerative KIs wie bspw. Dall-E oder Craiyon für die Erzeugung von Bildern, Grafiken oder ganzen Comics genutzt. Und selbst ohne aktiven bzw. bewussten Zugriff ist KI zunehmend präsent: Ob Staubsaugerroboter, Google Maps, Fitnesstracker, Siri und Alexa – viele Alltagshelfer funktionieren heute schon orientierend, informierend oder assistierend mit KI.
KI und ihre Nutzung – empirische Spotlights
Dass wir nicht nur in einer »Kultur der Digitalität « (Felix Stalder), sondern in einem zunehmend durch KI-Technologie geprägten Zeitalter leben, spiegelt sich auch in empirischen Studien wider: 2025 hat bereits rund die Hälfte der befragten Deutschen KI-Tools zumindest manchmal genutzt – v. a. als Schreibhilfe, als Hilfe zur Informationsgewinnung, zum Faktencheck oder zur medizinischen Einschätzung (YouGov). Lehrkräfte sind zurückhaltend und skeptisch, doch sie loten längst Potenziale von KI für ihren Berufsalltag aus: Viele nutzen bereits KI-Tools, beispielsweise zur Erstellung und Differenzierung von Aufgaben oder für die Unterrichtsplanung (Robert Bosch Stiftung 30–38).
62 Prozent der Jugendlichen geben 2024 an, ChatGPT und andere Tools zu nutzen: Zur Informationsbeschaffung, für die Schule und das Anfertigen von Hausaufgaben (mpfs 59–62). Doch sie sind keineswegs unkritisch: Sie realisieren das transformative Potenzial der Technologie, knapp die Hälfte befürchtet einen negativen Einfluss von KI auf den zukünftigen Arbeitsmarkt und rund ein Drittel fühlt sich überfordert (vgl. auch: Denkraum der KatBl 5/2025). Dieses Gefühl spiegelt sich in gesellschaftlichen Debatten, in denen immer stärker von Bedrohungen, Herausforderungen und notwendigen Begrenzungen die Rede ist.
KI und Bildung
Bereits kurz nach der Veröffentlichung von ChatGPT wurde die transformative Kraft für den Bildungssektor erlebbar. Die Leistungsund Prüfungskultur muss sich ändern, Kompetenzen neu verstanden werden. Hausaufgaben? Gibt’s nicht mehr. Schriftliche Abschlussarbeiten? Verlieren ihren Sinn, wenn sie mittels weniger Eingaben und Klicks maschinell erstellt werden können, ohne Eigenleistung und Verstehen. Neben diesem Aspekt stellen sich angesichts KI-basierter tutorieller Lernsysteme zudem Fragen nach einer Herzkammer der Pädagogik: Ethisch und pädagogisch gilt es nämlich zu reflektieren, analysieren und zu reglementieren, ob und inwieweit KI-Systeme Lehrkräfte (partiell) ersetzen können und dürfen (Dt. v. a. 219–250). [...]
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