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| Die Schriftleitung: Dr. Eva Stögbauer-Elsner, Prof. Dr. Helena Stockinger, Prof. Dr. Johannes Heger |
Liebe Leser:innen,
in einer Zeit, in der Fake News und Deepfakes von Fakten oft schwierig zu unterscheiden sind, politische Entscheidungsträger:innen Unwahrheiten mintunter ohne Zögern als Wahrheit ausgeben und Gott zur Legitimation vermeintlicher Wahrheiten instrumentalisiert wird, kann die Suche nach Wahrheit verunsichern und ermüden. Gerade darin liegt eine Gefahr: Wer die Unterscheidung zwischen Fakt und Fiktion, Wahrheit und Unwahrheit aufgibt und angesichts der Wahrheitsfrage resigniert und mit den Achseln zuckt, ist nach Hannah Arendt besonders anfällig für totalitäre Herrschaft. Die Auseinandersetzung mit Wahrheit ist daher nicht nur eine erkenntnistheoretische und theologische, sondern auch eine demokratische und gesellschaftliche Aufgabe. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie Bildungsprozesse die Suche nach Wahrheit fördern und für unterschiedliche Dimensionen von Wahrheit sensibilisieren können. Das vorliegende Heft versammelt hierzu theoretische Perspektiven und praktische Impulse.
Die Verantwortlichen für den ersten Heftteil – Lukas Ricken, Helena Stockinger und Eva Stögbauer-Elsner – eröffnen diesen mit Szenen aus ihrem (Berufs-)Alltag, in denen jene Dimensionen von Wahrheit anklingen, die in weiterer Folge verhandelt werden. Philosophische (Petra Kolmer), kirchengeschichtliche (Andrea Riedl) und systematisch-theologische Perspektiven (Martin Breul/Julian Tappen) verdeutlichen die Komplexität des Themas. Aus ethischer Sicht reflektiert Alexander Fierl die Bedeutung von Wahrheit in der Gegenwart, während Felix Neumann Einblicke in den Umgang mit Wahrheit im Journalismus gibt. Simone Paganini richtet den Blick auf biblische Fake News und Marcel Scholz geht der Wahrheitsfrage im Kontext Künstlicher Intelligenz nach. Dass Kunst, Literatur und Biografien Räume für die Reflexion über Wahrheit eröffnen, zeigen Norbert Brieden anhand ausgewählter Kinder- und Jugendliteratur, Eva und Martin Willebrand am Beispiel von Lessings Ringparabel sowie Anna Bachofner- Mayr und Verena Lorber in der Person des Wehrdienstverweigerers Franz Jägerstätter auf. Schließlich macht Magdalena Hürten darauf aufmerksam, den Zusammenhang von Autorität und den damit verbundenen Wahrheitsanspruch kritisch zu reflektieren.
Die Bildserie setzt sich mit Wahrheit und Täuschung als Gegenstand der Kunst auseinander; der Akzent bietet Möglichkeiten zur Selbstreflexion bezogen auf das Zusammenspiel von Kopf und Körper. Der von Lena-Teresa Groß verantwortete Denkraum widmet sich einem Forschungsprojekt zur Bildungspartnerschaft in Kindertagesstätten. Abschließend stellen Norbert Brieden und Markus Tomberg den Preisträger und die Empfehlungsliste des Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis 2026 vor.
Wir hoffen, dass dieses Heft Sie mit mehr als einem Achselzucken zurücklässt und wünschen eine anregende Lektüre.
Dr. Eva Stögbauer-Elsner, Prof. Dr. Helena Stockinger und Prof. Dr. Johannes Heger
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