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AUFTAKT
Rita Burrichter
Lasst Kleider sprechen
Wer den Kleiderschrank öffnet, bekommt sein Leben erzählt. Lieblingssachen und Fehlkäufe berichten von kühlen und warmen Tagen, erinnern an komische Situationen und romantische Begegnungen, sagen mir anlassbezogen, was »dran« ist, und flüstern mir gelegentlich zu: »Trau dich!« Auch gegenüber anderen sind sie äußerst gesprächig.
Lasst Kleider sprechen
© Isabela Kronemberger
In der »Winterhälfte« meines Kleiderschranks gibt es seit ein paar Jahren einen Hosenrock: Fischgrätenmuster in Abstufungen von fröhlichem Mausgrau mit weitgeschnittenen Beinen und hochgezogener Taille. Ich war begeistert, als ich den im Schaufenster sah: »Muss ich unbedingt haben!« Denn so einen hatte ich schon mal in den frühen 70er-Jahren und ich bin in einem Alter, in dem die Erinnerungen an Kindheit und Jugend langsam so produktiv wie dominant werden. Den Hosenrock, den ich als Dreizehnjährige besaß, den musste ich auch »unbedingt « haben. Denn er war aus Jeansstoff und das war damals sowas von angesagt! Um die »echten« Jeans fand noch ein zähes Ringen mit meiner Mutter statt, der Jeans-Hosenrock war ein Kompromiss, mit dem beide Seiten leben konnten.

Ich erinnere mich, dass er zu einem geliebten und viel getragenen Kleidungsstück wurde, in dem ich mich »schick« und »modern« fand. Vor allem aber erinnere ich mich an die Begeisterung unserer betagten Nachbarin, als die mich zum ersten Mal darin sah: »Dass es das noch gibt! So einen hatte ich auch. Damit durften wir Mädchen in meiner Jugend endlich Fahrrad fahren! « Der Jeansschick der 70er zog eine Verbindungslinie zur Emanzipationsbewegung des frühen 20. Jahrhunderts. In den Wikipedia-Einträgen zu »Hosenrock « und »Geschichte des Frauenradrennsports « lese ich von den Vorbehalten und Anfeindungen, die Mädchen und Frauen vor dem Ersten Weltkrieg entgegengebracht wurden, die sich außerhalb des Hauses und jenseits konventioneller »weiblicher Anmut« sportlich betätigten und dazu passende Kleidung trugen. Harsche Ablehnung und unverhohlene sexualisierte Anspielungen und Unterstellungen begleiten das Aufkommen des Hosenrocks um 1900. Als Teenager war mir das nicht klar. Ich erinnere mich, dass ich angesichts der Begeisterung der alten Dame von nebenan etwas verwundert war: Was ist denn Besonderes daran, als Mädchen mit dem Fahrrad zu fahren? Und wieso braucht es dazu spezielle Kleidung? [...]


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